Krimis & Thriller

Jesuitenpater Jeremy ermittelt wieder

In Deutschland gibt es nicht viele Autoren, die so gelungene Historienschm?ker schreiben wie Sandra Lessmann. Ihr gelingt es immer wieder mit (scheinbar) leichter Hand, Spannung und Gef?hl in ihren Geschichten grandios zu vereinen und damit gute Unterhaltung en masse zu schenken. Dabei z?hlen ihre Romane keinesfalls zur Massenware, sondern sind - jeder f?r sich genommen - kleine Schmuckst?cke, die den Leser in vergangene Zeiten und an fremde Orte f?hren. "Narrenkind" hei?t das neueste Buch aus der Feder der deutschen Autorin. Und man darf sich schon jetzt gewiss sein: Dieses opulente Portr?t vom London des 17. Jahrhunderts wei? zu fesseln und zu begeistern. Am Ende der Lekt?re stellt sich so etwas wie Entt?uschung ein, denn von solch einem (Lese-)Spa? w?nscht man sich mehr als 480 prallgef?llte Buchseiten.

England im Juli des Jahres 1667: Kaufmann Peter Standish ist verzweifelt und wei? nicht mehr weiter: Es sind erst wenige Tage vergangen, seit sein Vater ihm er?ffnet hat, dass die Schwester demn?chst einen reichen Gesch?ftsmann heiraten soll. George Holcroft allerdings h?tet seit vielen Jahren ein gro?es Geheimnis. Es wird gemunkelt, dass er seine erste Frau ermordet haben soll. Nachgewiesen werden konnte ihm dies jedoch nicht. Der Gedanke, seine kleine Schwester Elena k?nnte gleichfalls eines von Holcrofts Opfern werden, l?sst Standish nicht mehr los. Doch er kennt niemanden, dem er seine Sorgen anvertrauen kann - bis er den Arzt Alan Ridgeway trifft. Er hat sich in dessen Obhut begeben, um eine schlimme Bisswunde behandeln zu lassen. Doch bei dieser einen Begegnung soll es nicht bleiben.

Was Standish anfangs als Zufall abtut, entpuppt sich bald als gezielter Anschlag auf sein Leben. Eine Fu?fessel an der Treppe bringt ihn zu Fall und kostet ihn beinahe mehr als nur seine gute Gesundheit. Den im Verborgenen wirkende Jesuitenpater Jeremy interessiert dieser Fall und er macht sich sogleich an die L?sung desselben. Doch w?hrend seiner Recherchen ereilt ihn eine b?se Nachricht: Holcroft hat sein Ziel endlich erreicht und Standish nach etlichen Versuchen in die ewigen Jagdgr?nde geschickt. F?r Jeremy gibt es nur noch eine Aufgabe: Er muss Elena besch?tzen - und zwar um jeden Preis. Dabei offenbart sich eine ungeheure Intrige, die ihn geradewegs in die grauenerregende Welt des ber?chtigten Londoner Irrenhauses f?hrt ...

Wer in das England des 17. Jahrhunderts eintauchen m?chte, kommt um "Narrenkind" nicht herum. Dieser Krimi von Sandra Lessmann ist spannend zu lesen, extrem unterhaltsam und in jeder Hinsicht ein Glanzst?ck gutgemachter Literatur. Die deutsche Autorin wei? einfach, wie sie ihre Fans immer wieder begeistern kann - n?mlich mit einer Geschichte, die zu Herzen geht und es trotzdem nicht an spannenden Momenten fehlen l?sst. Leidenschaftliche Emotionen bahnen sich bei der Lekt?re ihren Weg und packen den Leser in seiner tiefsten Seele. Das ist ein gro?es Vergn?gen, das man am liebsten in einem Kinosessel genie?en w?rde - und zwar nicht ohne Grund: Beim Schm?kern laufen vor dem inneren Auge Bilder ab, die ber?hren und fesseln und weit mehr sind als kurzweilige Unterhaltung.

Susann Fleischer 
19.03.2012 

 
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Das Buch:

Sandra Lessmann: Narrenkind

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Mnchen: Knaur Taschenbuch Verlag 2012
480 S., 8,99
ISBN: 978-3-426-63646-6

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