Romane

Ein Historienschmker voller spannender Unterhaltung

Cornwall, 1859: Gwen Carrick ist eine ungewöhnliche Frau. Statt sich für häusliche Dinge zu interessieren, liebt sie die Naturwissenschaften. Da ihr der Zugang zur Universität verwehrt ist, zeichnet und malt sie die Insekten ihrer Heimat. Bei einem ihrer Ausflüge lernt sie Edward Scales kennen und verliebt sich sofort in ihn. Er scheint ihr ein Leben in Freiheit bieten zu können, fern von jeglichen gesellschaftlichen Zwängen. Ohne weiter nachzudenken geht Gwen mit Edward nach Brasilien. Im Amazonas will der Hobbybiologe seine Forschungen über die Insekten fortführen. Aber bereits auf der Reise kommen Gwen Zweifel. Edward scheint nicht der Mann zu sein, für den er sich ausgibt. Noch ahnt sie nichts von Edwards Geheimnis.

Gwen widmet sich mit ganzen Herzen der Flora und Fauna Brasiliens. Dort gibt es um einiges mehr zu entdecken als beispielsweise in Cornwall. Doch Gwens Forscherdrang bekommt schon bald einen Dämpfer. Die Liaison mit Edward hat unerwartete Folgen. Gwen ist in froher Hoffnung. Ihr droht mit einem Mal das Leben als Ehefrau und Mutter, eine Zukunft hinter dem Herd. Dass Edward sich immer mehr von ihr abwendet, veranlasst Gwen zu einer Verzweiflungstat. In der Fremde gibt es keine Moral. Hier gelten nur die Gesetze der Natur. Diese weiß Gwen für sich zu nutzen. Allerdings sind die Folgen, sich nicht an Recht und Ordnung zu halten, verheerend. Gwen verkauft für ihren Wunsch nach Anerkennung sogar ihre Seele an den Teufel ...

Ein so gutes Lesevergnügen wie mit den Büchern von Martha Lea bekommt man definitiv nicht alle Tage in die Hand. Ab der ersten Seite von "Die Entdeckungen der Gwen Carrick" ist es, als wäre man tatsächlich in die Vergangenheit gereist. Man verliert sich vollkommen in der Geschichte und vergisst über solch ein Leseerlebnis glatt die Welt um sich herum. Lea beweist, dass sie eine mehr ist als nur talentierte Schriftstellerin ist. Sie kann es problemlos mit den Großen des Genres aufnehmen. Sie erschafft mit ihren Worten ein Literaturhighlight, ein Meisterwerk mit ungeheurer Sogwirkung. Niemand kann sich diesem entziehen. Ihre Romane dürfen in keinem Bücherregal fehlen. Denn diese bedeuten (historisches) Lesekino vom Feinsten.

Mit "Die Entdeckungen der Gwen Carrick" gelingt Martha Lea ein Debüt, wie es selbst von einem Noah Gordon kaum besser geschrieben hätte sein können. Die britische Autorin sorgt für fesselnde Unterhaltung über viele, viele Stunden - und außerdem für einen noch nie dagewesenen Lesegenuss. Nur ein Wort: grandios!

Susann Fleischer
30.11.2015

 
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Das Buch:

Martha Lea: Die Entdeckungen der Gwen Carrick. Aus dem Englischen von Sabine Thiele

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Mnchen: Droemer Verlag 2015
416 S., 19,99
ISBN: 978-3-426-19984-8

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