Kinder- & Jugendbcher

Kindgeme Antworten auf phliosophische Fragen

Bei einer Naturkatastrophe größten Ausmaßes versucht eine Brachiosauriermutter ihre noch nicht geschlüpften Nachkommen vor dem Untergang zu retten. Sie schiebt die Sauriereier in große Tonnen und rollt diese schweren Herzens in einen reißenden Fluss. Beim ersten Frühlingsausflug in der Arktis entdeckt der kleine Eisbär Tapo eine dieser Tonnen im eiskalten Wasser. Aus ihr kriecht der gerade aus dem Ei geschlüpfte Brachiosaurier Tibor. In diesem Moment beginnt zwischen den beiden eine tiefe Freundschaft. Der sowohl neugierige, als auch aufgeweckte Eisbärenjunge Tapo, seine lebenskluge Eisbärenmutter und der tollpatschige, ältere Bruder Mambo helfen Tibor, in der kalten Eiswelt zu überleben.

Tibor aber spürt in sich eine unendliche Sehnsucht nach seinen Artgenossen im fernen Afrika. Schweren Herzens trennt er sich von seinem besten Freund Tapo und macht sich auf den langen Weg nach Süden. Auf dieser Reise trifft er immer wieder auf ihm unbekannte Tiere, die ihm mit Rat und Tat zur Seite stehen und ihm weiterhelfen, den Weg zu seinen Artgenossen zu finden. Endlich bei ihnen angekommen, muss Tibor jedoch feststellen, dass er in der Herde nur einer unter vielen ist und bei ihnen seine Einzigartigkeit nicht ausleben kann. Also setzt er seine Reise fort. Am Ziel angekommen, fühlt er sich jedoch einsam und spürt, dass ihm sein Freund Tapo und die verbindende Bande fehlt. Doch da taucht noch einmal der ihm schon bekannte Beluga auf und bringt die Geschichte zu einem guten Ende.

Anke Reyes erzählt in ihrem Buch "Tibor und Tapo finden ihren eigenen Planeten" die Geschichte in anrührenden Bildern. Durch die authentische, leicht verständliche Sprache ist sie auch für junge (Erst-)Leser verständlich gestaltet. Die Charaktere der Tiere sind denen von Menschen sehr ähnlich, Kinder kennen sie bereits aus ihrem Alltag. Das macht es möglich, sich mit ihnen zu identifizieren und die Handlungsweisen und Gefühle von Tibor und Tapo nachzuempfinden. Die für ihre Brut ums Überleben kämpfende Sauriermutter und die lebenskluge und fürsorgliche Eisbärenmutter stellen gute Vorbilder dar. Die Unterschiedlichkeit der Brüder Tapo und Mambo passen auch zu dem Erfahrungsschatz der meisten Kinder.

Hauptthemen aber sind tiefe Freundschaft und die auch schon für viele Kinder fundamentalen Fragen "Wer bin ich?", "Welche Träume und Sehnsüchte habe ich?" und "Wo ist mein Zuhause?". Anke Reyes schafft es mit diesem Buch, auch schon Kinder in altergemäßer Form anzusprechen und ihnen auf diese tiefen, philosophischen Fragen kindgemäße Antworten zu geben.

Hugo Meyer
25.11.2013

 
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Das Buch:

Anke Reyes: Tibor und Tapo finden ihren eigenen Planeten

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Frankfurt am Main: August von Goethe Literaturverlag 2013
52 S., 10,80
ISBN: 978-3-8372-1333-1

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