Hrbcher

Die Sensation von einem Hrbucherlebnis

"Moby-Dick" ist die Geschichte von Kapitän Ahab und seiner Jagd auf den weißen Wal, die Geschichte eines Besessenen, der getrieben ist von Rachsucht und Vergeltungswillen und sein Schiff und die Mannschaft mit sich in den Abgrund reißt. "Moby-Dick" ist selbst ein Wal von einem Roman: unerschöpflich in seiner Vielfalt der Behandlung eines einzigen Themas, des menschlichen Abenteuers Walfang und des Wagemuts, der damit verbunden war; unerschöpflich in der Ausdeutung aller seiner Aspekte, auch der wissenschaftlichen, die die immer wieder atemberaubende Geschichte des Gottessuchers und Gottesleugners Ahab unterbrechen und in der Verzögerung ihrer Spannung unerträglich werden lassen. In der ganzen Geschichte der Literatur ist kein vergleichbares Werk geschrieben worden.

Zur Handlung: Ich-Erzähler Ismael stammt aus einer angesehenen Familie und entschied sich einst, als Matrose zur See zu fahren, um seiner Melancholie zu entfliehen. Er hat bereits einige Fahrten auf Handelsschiffen hinter sich, will nun aber auf einem Walfänger anheuern. Zunächst reist Ismael nach New Bedford an der amerikanischen Ostküste. Jedoch zieht es ihn weiter zu der Insel Nantucket, auf der die Walfang-Tradition ihren Ursprung hatte. In der Herberge des ominösen Peter Coffin begegnet er dem Harpunier Queequeg, einem am ganzen Körper tätowierten Südseeinsulaner, "ein George Washington im Gewand eines Kannibalen". Ismael und Queequeg schließen Blutsbrüderschaft und machen sich zu zweit auf dem Weg nach Nantucket. Dort heuern sie bei Kapitän Ahab an.

Die Fahrt beginnt am Weihnachtstag. Kapitän Ahab lässt sich anfangs nicht an Deck blicken. Erst auf offener See kommt er aus seiner Kabine und erklärt der Mannschaft in pathetischen Worten das wahre Ziel der Fahrt: Er will Moby-Dick, den weißen Wal, der ihm das Bein abgerissen hat, jagen und erlegen. Als Anreiz nagelt er eine Golddublone an den Hauptmast, die derjenige erhalten soll, der den Wal als erster sichtet. Die Mannschaft lässt sich vom Charisma ihres Kapitäns mitreißen und schwört sich auf dessen Ziel ein. Kapitän Ahab derweil steigert sich immer mehr in seinen Hass über Moby-Dick hinein und bringt alle an Bord des Walfängers in tödliche Gefahr. Einzig der erste Steuermann Starbuck ahnt, dass diese Seereise ein dramatisches Ende für sie alle nehmen wird ...

Ein Hörvergnügen voller Emotionen, Spannung und noch mehr Drama - "Moby-Dick" gilt aus gutem Grund als zeitloser Klassiker der Weltliteratur. Herman Melville hat mit seinem Roman eine der besten Geschichten seit Menschengedenken geschrieben. Aber erst durch Christian Brückner kommt diese erst so richtig schön zur Entfaltung. Der deutsche Schauspieler macht die Story zu einem 1a-Hörkino. Man lauscht seiner Stimme und schon laufen vor dem inneren Auge Bilder wie aus der Hollywood-Traumschmiede ab, beinahe wie der Blockbuster mit Gregory Peck als Kapitän Ahab. Für so brillante Unterhaltung lässt man liebend gerne alles stehen und liegen. Noch nie vergingen mehr als 30 Stunden Spielzeit in solch einer rasenden Geschwindigkeit, und leider auch viel, viel zu schnell.

Herman Melvilles Meisterwerk "Moby-Dick", grandios und furios inszeniert von Sprecher Christian Brückner. Seine Lesungen stellen einfach alles in den Schatten. Diese verdienen das Prädikat: Wow, wow, wow! Denn sie sind das Beste vom Besten, was man überhaupt auf die Ohren bekommen kann. Dem Parlando Verlag gelingt einmal mehr ein absolutes Highlight, ein ganz großer Wurf im Hörbuchbereich.

Susann Fleischer
23.05.2016

 
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Das Buch:

Herman Melville: Moby-Dick oder: Der Wal. Aus dem Amerikanischen von Friedhelm Rathjen

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Sprecher: Christian Brckner
Berlin: Parlando Verlag 2016
Spieldauer: 1800 Min., 24,99
ISBN: 978-3-941004-77-1

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