Hörbücher

Ein verblendeter König und ein rachsüchtiger Prinz

2014 feiert die literarische Welt den 450. Geburtstag von William Shakespeare, des wohl einflussreichsten und bekanntesten Dramatikers und Lyrikers der Welt. Viele seiner Werke erscheinen aufgrund dieses runden Wiegenfestes in Neuauflagen, Neubearbeitungen oder Sondereditionen. So auch geschehen mit zwei Hörspielproduktionen: "Hamlet" aus dem Jahr 1974, produziert vom SRF, und "König Lear", einer Produktion des RBB aus dem Jahr 1982.

Als Prinz Hamlet vom plötzlichen Tod seines Vaters erfährt, reist er zurück an den dänischen Hof und findet dort seine Mutter verheiratet mit dem Bruder des toten Königs vor. Des Nachts erscheint Hamlet dann der Geist seines Vaters, der ihm erzählt, dass er von seiner Frau und seinem eigenen Bruder ermordet wurde. Er fordert seinen Sohn auf, seinen Tod zu rächen. Um herauszufinden, ob die Anschuldigungen des Geistes stimmen, gibt Hamlet vor, wahnsinnig zu sein. Mit List und Tücke will er die Mörder seines Vaters in eine Falle locken, doch der Plan endet in einer Tragödie, die für alle Mitglieder des dänischen Hofs tödlich endet.

König Lear, titelgebender Protagonist des zweiten Shakespeare-Dramas, hat ganz andere Probleme. Der alternde König möchte sich zur Ruhe setzen und sein Erbe an diejenige seiner Töchter weitergeben, die ihn am meisten liebt. Während die beiden älteren Töchter Goneril und Regan mit großen Worten ihre Liebe zu dem Vater beteuern, kann sich die jüngste, Cordelia, nicht zu solch überschwänglichen Liebesbekundungen hinreißen lassen. Sie wagt es zu sagen, dass sie ihren Vater liebe, wie es einer Tochter gezieme, aber nicht mehr und nicht weniger. Mit dieser Aussage fällt sie bei ihrem Vater in Ungnade, so dass er sie verstößt und sein Erbe unter den beiden verbliebenen Töchtern aufteilt. Doch schon bald muss er feststellen, dass er sich von den großen Liebesbekundungen seiner Töchter Goneril und Regan hat blenden lassen, denn beide brechen ihr Versprechen, den alternden Vater wechselseitig bei sich aufzunehmen und sich um ihn zu kümmern. Sie verstoßen ihn und schicken ihn vor die Tore des Palasts. Dort irrt er bei Sturm und Kälte im Niemandsland umher und verliert seinen Verstand.

Die beiden jeweils 90-minütigen Hörspiele sind Perlen der Produktionen der Rundfunkanstalten aus den 70er bzw. 80er Jahren, die nun rechtzeitig zum 450. Geburtstag Shakespeares wieder aus den Archiven hervorgeholt und veröffentlicht wurden. Sowohl die "Hamlet"- als auch die "König Lear"-Produktion kann mit einer Starbesetzung aufwarten: Bernhard Minetti als König Lear und Christiane Hörbiger als Hamlets Mutter. So wie Shakespeares Stücke und Stoffe niemals Staub ansetzen und sogar Jahrhunderte später noch taufrisch erscheinen, sind auch hochwertige Hörspielproduktionen wie der "Hamlet" des SRF und der "König Lear" des RBB immer aktuell und klingen im Ohr des Hörers zeitlos.

Sabine Mahnel
10.03.2014

 
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Das Buch:

William Shakespeare: Hamlet. Aus dem Englischen von August Wilhelm Schlegel

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Sprecher: Christoph Bantzer, Christiane Hörbiger u.v.a.
Berlin: Der Audio Verlag 2014
Spielzeit: 97 Min., € 9,99
ISBN: 978-3-86231-373-0

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William Shakespeare: K?nig Lear. Aus dem Englischen von Rolf Schneider

CMS_IMGTITLE[4]

Sprecher: Bernhard Minetti, Sabine Sinjen, Maria Hartmann u.v.a. Berlin: Der Audio Verlag 2014 Spielzeit: 94 Min., ? 9,99 ISBN: 978-3-86231-371-6

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