Romane

Eine Familiengeschichte von der Sprachwucht der "Buddenbrooks"

Meggy hat nicht geplant schwanger zu werden. Aber nun lässt sich nichts daran ändern. In den Siebzigern erblickt das Mädchen Hebron das Licht der Welt, das erste von insgesamt fünf Kindern. Den Namen verdankt die Kleine ihrem Vater, der sich nach der Zeugung in seine Heimat Israel abgesetzt hat. Überhaupt hat Mutter Meggy ziemlich großes Pech mit Männern: Dem örtlichen Friseur wird seine Leidenschaft für Autorennen zum Verhängnis, dem nächsten Kandidaten kommt sein Gelübde in die Quere und als sie schließlich heiratet, muss sie feststellen, dass ihrem Gatten die Haschplantage wichtiger ist als die Kindererziehung. Um über die Runden zu kommen, muss Meggy schwer arbeiten, während Hebron sich um ihre Geschwister und den Haushalt kümmert.

Mit einem Mal ist es für Hebron vorbei mit der freien Kindheit auf dem verwilderten Bauernhof, vorbei mit Schwärmereien für Elvis Presley, vorbei mit Twisteinlagen auf den Küchendielen des windschiefen Fachwerkhauses. Auf Hebrons Schultern lastet große Verantwortung, an der sie schließlich zu zerbrechen droht. Also fasst das Mädchen einen folgenschweren Entschluss: Sie begibt sich auf die Suche nach ihrem Vater. Sie reist nach Israel - in dem Glauben, ihn dort zu finden und endlich herauszufinden, wer sie eigentlich ist. Dabei möchte Samuel Apelstejn nichts von seiner Tochter wissen. Für ihn existiert sie gar nicht. Davon ahnt Hebron nichts. Sie hofft auf ein Happy End. Was sie aber letzten Endes findet, ist ein Weg in ihr eigenes Leben ...

In der deutschen Literatur gehören die Werke aus der Feder von Rebecca Maria Salentin ohne jeden Zweifel zum Besten vom Besten. Diese sind an Gefühl(en) und mitreißender Leidenschaft kaum zu überbieten. Während der Lektüre von "Schuld war Elvis" kämpft man immer wieder mit den Tränen und es droht dem Leser das Herz zu brechen. Bereits ab dem ersten Satz zieht die Story einen in den Bann. Man fühlt sich ganz berauscht von diesem großartigen Leseerlebnis - beinahe, als wäre man auf Droge. Salentin vermag mit ihren Worten aber noch mehr: Beim Lesen vergisst man jegliche Sorgen und sogar die Welt um sich herum. Kein Wunder, dass man ihre Bücher gar nicht mehr aus der Hand legen möchte, geschweige denn kann. Diese sind ein Genuss für alle Sinne.

Unterhaltung, die selbst Thomas Manns "Buddenbrooks" in den Schatten zu stellen vermag - mit "Schuld war Elvis" gelingt Rebecca Maria Salentin ein Meisterwerk der Emotionen. Die Autorin schreibt Geschichten voller Herz(schmerz) und Humor. Ihre Romane bedeuten das perfekte Lesevergnügen über viele, viele Stunden. Zwischen zwei Buchdeckeln findet man hier das große Glück.

Susann Fleischer
23.03.2015

 
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Das Buch:

Rebecca Maria Salentin: Schuld war Elvis

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Mnchen: C. Bertelsmann Verlag 2015
512 S., 19,99
ISBN: 978-3-570-10212-1

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