Romane

Eine wilde Achterbahnfahrt der Emotionen

London, spätes 18. Jahrhundert: Die junge Anna Storace träumt von einer Karriere als Primadonna. Die Tochter eines Italieners und einer Engländerin will nur eins - nämlich singen. Und tatsächlich: Als Sechzehnjährige erobert sie die Opernhäuser Venedigs und Mailands im Sturm. Ihr eröffnet sich eine Welt voller Musik, Schein und Freiheit. Bei einem ihrer ersten Engagements lernt sie den Sänger Benucci kennen und verliebt sich in ihn. Auch er empfindet viel für Anna, aber von Liebe oder gar Heirat will er nichts wissen. Anna ist verzweifelt und flüchtet vor ihren Gefühlen nach Wien. Dort wartet auf die junge Frau ein Leben am Hofe von Joseph II., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Gemeinsam mit Wolfgang Amadeus Mozart verzaubert sie das Publikum.

Annas engelsgleiche Stimme lockt die Menschen in das Wiener Burgtheater und rührt diese zu Tränen. Für Anna könnte es kaum besser laufen. Allerdings nur auf den ersten Blick. Privat sieht es bei Anna alles andere als gut aus. Aus der Not heraus - sie ist ungewollt schwanger - heiratet sie den Engländer John Fisher. Statt seine Frau auf Händen zu tragen, schlägt er sie und sieht in ihr lediglich das Objekt seiner Begierde. Schon bald weiß ganz Wien, dass Anna in einer Ehehölle gefangen ist. Und niemand kann sie aus dieser befreien. Auch Mozart nicht, den mit Anna weitaus mehr verbindet als die Musik. Die beiden sind Seelenverwandte und ineinander verliebt - wohl wissend, dass ihre Liebe keine Zukunft haben kann. Es droht ein Drama ungeheuren Ausmaßes ...

Für den Leser sind die Romane von Vivien Shotwell wie ein Geschenk des Himmels. Ihr Debüt "Die Schule der Liebenden" bedeutet Literatur vom Feinsten. Bei der Lektüre droht einem das Herz zu brechen und man fühlt sich ganz high von solch einem grandiosen Vergnügen. Nach nur wenigen Seiten erliegt man dieser zarten Versuchung. Kein Wunder, denn Shotwell schafft hier einen hollywoodverdächtigen Genuss. Sie entführt den Leser in vergangene Zeiten und lässt Historie wieder aufleben. Am liebsten möchte man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Hier findet man Emotionen und Leidenschaft pur. Und nicht nur das: Für einige Augenblicke scheint die Zeit stillzustehen und man vergisst alles um sich herum. Eben der Traum von einer Geschichte!

Gute Unterhaltung, die garantiert jedem ein seliges Lächeln auf die Lippen zaubert - Vivien Shotwell gelingt mit "Die Schule der Liebenden" eines der glücklichsten (Lese-)Erlebnisse der Welt, ein Meisterwerk der großen Gefühle. Die Autorin schreibt Romane, in die man sich einfach verlieben muss. Ihre Worte gleichen einer Verführung für die Sinne und machen den Leser ganz trunken. Da kann wahrlich niemand widerstehen.

Susann Fleischer
16.06.2014

 
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Das Buch:

Vivien Shotwell: Die Schule der Liebenden. Aus dem Amerikanischen von Andrea Stumpf, Gabriele Werbeck

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Mnchen: Limes Verlag 2014
352 S., 19,99
ISBN: 978-3-8090-2626-6

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