Romane

Tiefe Einblicke in die weibliche Seele

Eigentlich müsste für Marie das Glas halbvoll sein, aber sie sieht ihr Leben - ganz im Gegensatz zu ihrer Familie und den Freunden - nicht ganz so rosig. Die Kinder rauben ihr schon längst den letzten Nerv und Ehemann Martin ist ihr in Sachen Haushalt und Erziehung auch keine sonderlich große Hilfe. Und das, obwohl er seit einigen Wochen zu Hause hockt und Löcher in die Decke starrt, statt sich um einen neuen Job zu kümmern. Bei all den Sorgen und großem Kummer ist es kaum verwunderlich, dass die Depressionen Marie langsam, aber sicher aufzufressen drohen. Jetzt kann einzig eine Psychotherapeutin sie aus diesem Jammertal retten. Helene scheint genau die Richtige für diese Aufgabe zu sein - auch wenn Marie ernste Zweifel an deren Kompetenz hegt.

Als Marie und Helene sich zum ersten Mal gegenüberstehen, können sich die beiden auf Anhieb nicht leiden. Marie glaubt nicht daran, dass Helene etwas von ihrer Arbeit versteht. Die Psychotherapeutin hingegen sieht in Marie ein aufgetakeltes wasserstoffblondes Persönchen, das von den Höhen und Tiefen des Lebens keine Ahnung hat. Die Antipathie ist auf beiden Seiten groß und bedroht schließlich auch den Erfolg der Therapie. Doch im Laufe der Sitzungen öffnet sich Marie immer mehr und mehr und erzählt Helene plötzlich Dinge, von denen selbst Gatte Martin nichts weiß. Schon bald ist nichts mehr, wie es einmal war - und beide Frauen erkennen, dass jeder Mensch eine zweite Chance verdient hat, und sowohl Marie als auch Helene im Besonderen ...

Lachen, bis der Arzt oder vielmehr Psychologe kommt - mit Anna-Maria Prinz´ Romandebüt "Rosenpsychosen" kann man dies auf hervorragende Art und Weise. Bereits wenige Zeilen reichen aus, um sich auf den Fußboden wiederzufinden, denn hier werden Herz und Zwerchfell über alle Maßen bewegt. Am Morgen nach der Lektüre ist mit einem Muskelkater in jedem Fall zu rechnen, denn der Humor der deutschen Autorin ist schlichtweg unschlagbar. Doch das vorliegende Buch ist weitaus mehr eine witzig-spritzige Komödie. Es bedeutet feinsten (Lese-)Spaß mit Tiefgang und steckt darüber hinaus voller Gefühl - eben ein mehr als netter Zeitvertreib, der alles ist, aber ganz sicher nicht nullachtfünfzehn. Dafür ein dickes DANKEschön an Prinz!

Nach der Lektüre von Anna-Maria Prinz´ Roman "Rosenpsychosen" hat schlechte Laune definitiv keine Chance mehr, denn hier erlebt man ein Vergnügen, das mit ordentlich viel Schwung daherkommt und einfach herrlich turbulent ist. Die deutsche Autorin hat die Lacher auf ihrer Seite und sorgt für amüsante Unterhaltung, die das Herz des Lesers garantiert im Sturm erobert. Solch ein Genuss ist absolut wunderbar.

Susann Fleischer 
26.08.2013

 
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Das Buch:

Anna-Maria Prinz: Rosenpsychosen

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Mnchen: dtv 2013
240 S., 8,95
ISBN: 978-3-423-21457-5

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