Romane

Die Verfolgung eines Traumes , dessen Erfllung und das Leben danach

Die Protagonistin Jill White in Karen Yampolskys Roman "Die Zicken-Mafia" ist eine junge, selbstbewusste Frau, die in ihrem Leben einige Tiefschläge einstecken musste und doch immer an ihren Träumen festgehalten hat. Besonders der Wunsch einer eigenen Zeitschrift lässt sie nicht los, bis er sich schließlich nach einer scheinbar endlosen Zeit endlich erfüllt, als das neuartige Frauenmagazin "Jill" auf dem Markt kommt und diesen revolutioniert. Doch damit macht sich Jill nicht nur Freunde, sondern auch Feinde, wie ihre Vorgesetzte Ellen Cutter, die Jill das Leben so schwer wie möglich machen will.

Die Handlung setzt im Jahre 2004 ein, als Jill zu einer Unterredung mit Ellen geladen wird. Das Anzeigevolumen ist um zehn Prozent zurückgegangen, weshalb die Zeitschrift ein neues Layout bekommen soll. Es soll "seriöser" wirken. Das trifft Jill - ist die Zeitschrift doch ihr ein und alles. Allerdings hat sie keine andere Wahl als sich auf diese neue Wendung einzulassen.

Diese Gegenwartshandlung wird unterbrochen von Jills Erinnerungen: Sie erzählt von ihrer Zeit auf der High-School, als sie dort wie eine Aussätzige behandelt wurde, berichtet von ihrem späteren Studium der Literaturwissenschaften und von der an der Universität beginnenden Freundschaft zu Sarah, die ein Leben lang halten sollte. Genauso wie ihre spätere Beziehung zu Josh, die für Jill alles bedeutet und die letztendlich die Erfüllung ihres innigen Wunsches nach Anerkennung und Liebe darstellt. Jills Karriere als Redakteurin bei der Jugendzeitschrift "Cheeky", brachte ihr die nötige Berufserfahrung ein, sodass sie Jahre später ihre Zeitschrift "Jill" gründen konnte, erinnert sich Jill. All diese Erfahrungen haben die Chefredakteurin zu dem gemacht, was sie im Jahre 2004 ist: eine Frau, die an ihren Träumen festhält und für deren Erfüllung kämpft.

Nach der detaillierten Zeitreise in die Vergangenheit, wird der Leser unvermittelt wieder zurück in die Gegenwart geholt und damit zurück zu Jills momentanen Problemen. Denn nicht nur der Rückgang des Anzeigevolumens macht Jill zu schaffen, sondern sie und ihr Mann Josh möchten unbedingt ein Kind. Der immer mehr zunehmende desolate Zustand auf der Arbeit wechselt sich mit den verzweifelten Versuchen Jills ab, schwanger zu werden. Dabei zeigt sich, dass es sich für die taffe Journalistin lohnt zu kämpfen. Allerdings leider auch nicht immer, denn manchmal ist es klüger, loszulassen. So wird sich im Laufe von "Die Zicken-Mafia" zeigen, welchen Weg Jill letztendlich einschlagen wird.

Karen Yampolsky, die selbst viele Jahre in der Medien- und Unterhaltungsindustrie, unter anderem als persönliche Assistentin von Jane Pratt, der Gründerin und Herausgeberin des "Jane Magazins" in New York, gearbeitet hat, ist mit "Die Zicken-Mafia" ein amüsanter, unterhaltsamer Roman für selbstbewusste, junge Frauen gelungen, der die Licht- und Schattenseiten des Journalistengenres aufzeigt. So werden viele bekannte Personen namentlich erwähnt, ohne diese allerdings bloßzustellen. Die Protagonistin Jill White ist eine junge Frau, die innerhalb kürzester Zeit eine steile Karriere hingelegt hat und doch auf dem Boden geblieben ist. Und notfalls hat sie ihren Mann Josh und ihre Freunde, die sie wieder von den Wolken herunterholen. Der Roman spiegelt auf eine lockere Art den Traum von einem Job in der Medienbranche vieler Frauen wider, die sich mit Jill sicherlich identifizieren werden. Sie werden sich mit ihr freuen, wenn die erste Ausgabe der "Jill" herauskommt, oder auch mit ihr mitfiebern, wenn sie verzweifelt versucht ein Kind zu bekommen. Doch zeigt sich am Ende, dass sich der lange Weg stets lohnt.

Susann Fleischer
11.05.2009

 
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Das Buch:

Karen Yampolsky: Die Zicken-Mafia. Aus dem Amerikanischen von Georgia Sommerfeld

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Mnchen: Knaur Verlag 2009
368 S., 7,95
ISBN: 978-3-426-50254-9

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