Romane

Magische Fantasy neu und gut aufgelegt

Der Name Brandon Sanderson dürfte Freunden der gepflegten Fantasy inzwischen ein Begriff sein. Immerhin wurde der US-Amerikaner nicht nur ausgewählt, um den bekannten Zyklus "Das Rad der Zeit" des verstorbenen Autors Robert Jordan zu beenden, sondern ist mit den Werken aus seiner Reihe "Die Sturmlicht-Chroniken" auch regelmäßig in den Bestsellerlisten zu finden. Mit "Kinder des Nebels", dem ersten Roman aus der Serie "Die Nebelgeborenen", bringt der Piper Verlag ein Werk des Autors heraus, das bereits über ein Jahrzehnt alt ist und erstmals 2009 in deutscher Sprache erschien. Allerdings waren die Ausgaben seit geraumer Zeit in weiten Teilen des Buchhandels vergriffen, sodass sie Neuauflage vielen Fans sehr gelegen kommen dürfte.

Im Letzten Reich unterdrückt der Adel das Volk der Skaa grausam. Möglich machen das vor allem die besonderen magischen Kräfte verschiedener Adeliger - Allomantie genannt - sowie die Macht des Obersten Herrschers und dessen brutales Herrschaftssystem. Doch eine Gruppe von Skaa, zu der auch die junge Vin und der gewitzte Kelsier gehören, versucht das scheinbar Unmögliche und schmiedet einen Plan, um den Obersten Herrscher zu stürzen.

In seinem Frühwerk "Kinder des Nebels" zeigt Brandon Sanderson bereits viele Stärken, die seine Fans auch noch heute an seinen Werken schätzen. Dazu zählt auf jeden Fall das originelle magische System, das in Teilen ein wenig an das aus der Serie "Die Sturmlicht-Chroniken" erinnert, aber vor allem im Vergleich zu herkömmlichen Sorcery-Werken durch Eigenständigkeit und Innovation punktet. Zu gefallen weiß auch die Choreographie der Actionsequenzen, die der Autor packend und im positivem Sinne cineastisch schildert. Weitere Pluspunkte sind das interessante Setting sowie die spannende und wendungsreiche Geschichte, die mit Geheimnissen angereichert ist, welche Romanfiguren und Leser zusammen erst nach und nach entschlüsseln.

Insgesamt konzentriert sich Sanderson sehr auf die Figuren von Vin und Kelsier. Dadurch bleiben viele andere Charaktere - gerade auch solche aus der Diebesbande, die den Obersten Herrscher stürzen möchte - etwas blass. Dadurch fällt es dem Leser schwer, zu diesen schattenhaften Gestalten eine tiefere Bindung aufzubauen. Zudem ist der Roman zwar durchweg gut lesbar, aber stilistisch nicht ganz so überzeugend, wie die aktuellen Werke des Autors.

Fans von spannenden Fantasyromanen im Allgemeinen und von Brandon Sanderson im Speziellen dürfen sich freuen, dass der erste Roman der Serie "Die Nebelgeborenen" wieder verfügbar ist. "Kinder des Nebels" weiß nämlich in vieler Hinsicht zu gefallen, auch wenn der Autor die Messlatte mit einer aktuellen Reihe "Die Sturmlicht-Chroniken" noch etwas höher gelegt hat.

Ingo Gatzer
07.05.2018

 
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Das Buch:

Brandon Sanderson: Die Nebelgeborenen - Kinder des Nebels. Aus dem Amerikanischen von Michael Siefener

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Mnchen: Piper 2018
896 S., 18,00
ISBN: 978-3-492-70479-3

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