Romane

Very british , very amusing - solcher Lesehit ist nicht zu toppen

Irgendetwas lief falsch, als Bertie Wooster der jungen und so romantischen Madeline Bassett im Namen seines schüchternen Molchfreundes Gussie einen Heiratsantrag machte. Denn Madeline entbrannte augenblicklich in Liebe zu Bertie. Nur mühsam ließen sich die Verhältnisse wieder gerade rücken, aber jetzt scheint es zwischen Gussie und Madeline zu einem ernsthaften Streit gekommen zu sein und Bertie muss schlichten, sonst war´s das mit der Hochzeit. Dass Tante Dahlia ihm etwas von einem silbernen Milchkännchen in Form einer Kuh vorschwafelt, das er Madelines Vater stehlen soll, macht die ganze Sache nicht einfacher. Trotzdem macht sich Bertie auf dem Weg nach Totleighs Tower. Dort angekommen, kommt es für ihn so richtig dicke. Denn erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt.

Es bleibt nicht bei dieser Verwicklung: Gussie hat ein Notizbuch verloren, in dem er alles notiert hat, was er an Madelines Vater und dessen Freund für absurd und grotesk hält. Dumm nur, dass dieses Schriftstück ausgerechnet in den Besitz von Stiffy Byng gefallen ist. Die hat es sich in den Kopf gesetzt, den Vikar Harold "Stinker" Pinker zu heiraten. Das ist nicht ohne Herausforderungen: Es ist nicht wahrscheinlich, dass man der Ehe zustimmen wird. Also hat sich Stiffy in den Kopf gesetzt, dass Bertie einen Einbruch fingiert, der auf das Silberkännchen abzielt und dass dieser von ihrem heimlichen Verlobten Harold Pinker verhindert wird. Läuten demnächst gleich zweimal die Hochzeitsglocken? Wenn´s nach Bertie geht, ja, aber nicht ohne vorherige Komplikationen.

Bertie hat mit kriminellen Machenschaften eigentlich nicht viel am Hut, mal abgesehen von ein paar kleineren Ausnahmen. Schließlich hat er schon einmal ziemlichen Ärger mit der Londoner Polizei gehabt. Bertie kann gut und gerne verzichten, erneut vor Gericht bestellt zu werden. Aber ihm bleibt wohl oder übel keine anderen Wahl, oder?! Ehe es sich Bertie versieht, befindet er sich zwischen allen Stühlen, schlimmer noch: mit einem Fuß schon halb im Gefängnis. Eine Situation, die nur Jeeves auflösen kann, für ihn eine Ehrensache, allerdings auch ein mehr als schwieriges Unterfangen ...

Literatur, die an (Wort)-Witz definitiv nicht zu überbieten ist - kaum ein Buch von P.G. Wodehouse aufgeschlagen, und der Lesespaß findet so schnell garantiert kein Ende. Hurra, denn auch "Ehrensache, Jeeves!" sorgt für jede Menge Jubel und Trubel im Leben zahlreicher Leser. Solch genial-amüsanteste Unterhaltung findet man bei niemandem sonst. Der britische Autor erfreut uns über alle Maßen. Vor lauter Lesebegeisterung vollführt das Herz einen Purzelbaum nach dem anderen, und es wird einem ganz schwindelig. Während der Lektüre kriegt es sich gar nicht mehr ein. Wodehouse´ Geschichten sind die reinste Überraschungstüte. Und dank ihnen kommt ordentlich viel Schwung in unser aller Leben. So etwas wie Langeweile? Zu keinem Satz! Selbst Schokolade könnte nicht glücklicher machen.

Die Romane von P.G. Wodehouse: amüsant, amüsanter, am amüsantesten. Diese bedeuten ein ganz besonderes Lesegeschenk, geradezu -highlight in jedem Bücherregal. Selten kriegt man ein herrlicheres Vergnügen in die Hände als mit "Ehrensache, Jeeves!". Einen angenehmeren Zeitvertreib gibt es nicht! Die Story zeugt von einer Extraportion spritzigem Humor sowie von bestem britischem Charme. Nach dem letzten Satz hat man Muskelkater vom Dauergrinsen. Und außerdem beste Laune über viele, viele Tage lang.

Susann Fleischer
30.04.2018

 
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Das Buch:

P.G. Wodehouse: Ehrensache, Jeeves! Aus dem Englischen von Thomas Schlachter

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Berlin: Insel Verlag 2018
359 S., 18,00
ISBN: 978-3-458-17741-8

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