Krimis & Thriller

Der neue King - abermals ein Teufelswerk der Spannung und des Horrors

Unter den Autoren weltweit ist Stephen King eine (lebende) Legende. Jedes Jahr wird ein neuer Thriller aus seiner Feder veröffentlicht. Das Erstaunlichste: In knapp 30 Jahren Schrifstellertum vermag es King noch immer, eine Schippe draufzulegen. "Mind Control" sorgt für Gänsehaut am ganzen Körper. Nach nur wenigen Sätzen steht einem der Angstschweiß auf der Stirn und der Puls bewegt sich bei mindestens 180 Schlägen die Minute. Ein Herzinfarkt ist dank King nicht auszuschließen. Und trotzdem kann man einfach nicht anders, als sich voll und ganz diesem literarischen Hochgenuss hinzugeben. Die mehr als 500 Buchseiten sind vollgepackt mit Nervenkitzel und noch mehr Leseaction. Ehe man es sich versieht, steckt man mitten in einem Leserausch. Wenn man nicht aufpasst, droht man in einen Abgrund zu stürzen.

In Zimmer 217 des Kiner Memorial Hospitals ist etwas aufgewacht. Etwas Böses. Brady Hartsfield, verantwortlich für das Mercedes-Killer-Massaker mit vielen Toten liegt seit fünf Jahren in einer Klinik für Neurotraumatologie im Wachkoma. Seinen Ärzten zufolge wird er sich nie erholen. Doch hinter all dem Sabbern und In-die-Gegend-Starren ist Brady bei Bewusstsein. Und er besitzt tödliche neue Kräfte, mit denen er unvorstellbares Unheil anrichten kann, ohne sein Krankenzimmer je zu verlassen. Ex-Detective Bill Hodges, Lesern bestens bekannt aus "Mr. Mercedes" und "Finderlohn", kann die Selbstmordepidemie in der Stadt schließlich mit Brady in Verbindung bringen. Aber da ist es schon zu spät. Die Uhr tickt auf mehr als eine Weise. Es beginnt mit dem Tod von Martine Stover, eines der Unfallopfer des "Mr. Mercedes".

Offenbar wurde Martine von ihrer Mutter vergiftet. Aber nicht selten trügt der erste Blick auf den Tatort. Hodges nimmt sich des Falles an. Er erinnert sich: Zwei weitere Opfer von Hartsfield, Keith Frias und Krista Countryman, haben sich während der Therapie kennengelernt und hatten schon Hochzeitspläne gemacht, als sie gemeinsam Selbstmord begingen. Im Laufe der Ermittlungen deckt Hodges eine Ungeheuerlichkeit auf: Arzt Babineau fing an, Hartsfield eine experimentelle Droge zu verabreichen - mit schlimmen Folgen für sie alle. Hartsfield verfügt plötzlich über telepathische Kräfte. Er sieht die Gedanken anderer als Fische, die schnell durch ihr Gehirn schwimmen, und stürzt diese ins Chaos. Hodges muss den "Selbstmordprinzen" um jeden Preis aufhalten. Auch wenn es ihn das eigene Leben kosten sollte ...

Seit seinem Debüt "Carrie" gilt Stephen King als Meister der Horrorliteratur. Mehr noch: Er ist der König unter den US-Schriftstellern. Jedes seiner Werke steht kurz nach Erscheinungen ganz weit oben in den Bestsellerlisten. Viele wurden verfilmt und für nicht wenige bekam King einen Preis verliehen, zuletzt den Edgar Allan Poe Award in der Kategorie "Bester Roman" für "Mr. Mercedes". Jedoch: Was man mit "Mind Control" in die Hände kriegt, übertrifft alles bisher Dagewesene. Hier packt einen das Grauen von hinten. Wie bereits in den Vorgängern kennt der Autor mit uns keine Gnade. Es ist beinahe, als blicke man direkt in die dunkle, verdorbene Seel von Satan höchstpersönlich. Nach "Mr. Mercedes" und "Finderlohn" befindet man sich erneut in einem Alptraum. Allerdings in einem, aus dem man so schnell nicht mehr erwachen will.

Stephen Kings Romane - allesamt und sonders der absolute Thrillerwahnsinn. "Mind Control" bedeutet Horror, wie man diesen bei keinem anderen Autor zu finden vermag. Ab der ersten Seite jagt die Story dem Leser eine Heidenangst ein. Hat diese es doch ordentlich in sich. Diese ist sogar noch gefährlicher als hochexplosives Dynamit. Noch viele, viele Stunden nach dem genialen Showdown der Bill-Hodges-Trilogie ist an Schlaf oder auch nur an einen ruhigeren Herzschlag nicht zu denken. Also Vorsicht: Vor dem vorliegenden Buch wird dringend gewarnt. Lesen auf eigene Gefahr!

Susann Fleischer
31.10.2016

 
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Das Buch:

Stephen King: Mind Control. Aus dem Amerikanischen von Bernhard Kleinschmidt

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Mnchen: Heyne Verlag 2016
528 S., 22,99
ISBN: 978-3-453-27086-2

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