Krimis & Thriller

Stephen Kings Romane - Horror zum Frchten gut

Mit "Mr Mercedes" hat Stephen King sein wohl bestes Buch geschrieben. Das dachte man zumindest. Jetzt, mit dem Erscheinen von "Finderlohn", übertrifft sich King selbst. Die Story verspricht (und hält) Hollywood-verdächtiges Lesekino. Mehr Nervenkitzel als hier wird man nirgendwo sonst finden. Man kann die Spannung förmlich greifen. Gänsehaut mal wieder absolut garantiert. Es dauert nur wenige Augenblicke und schon laufen einem heiß-kalte Schauer den Rücken rauf und runter. Ohne jeden Zweifel: Der neue King ist der schiere Wahnsinn! Hier erfährt man ein Leseerlebnis, das einfach alles in den Schatten stellt. "Finderlohn" ist wahrlich ein Killer von einem Thriller. Also ab in die nächste Buchhandlung und das Werk sofort gekauft! Und dann hat man keine andere Wahl als: lesen, lesen, lesen - egal, was sonst noch passiert in der Welt.

John Rothstein hat in den 1960ern die Jimmy-Gold-Trilogie Romane veröffentlicht, seither nichts mehr. Der Autor hat sich vollkommen aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Kaum jemand weiß, wo Rothstein lebt - abgesehen von Morris Bellamy, ein psychopathischer Verehrer. Der taucht eines Nachts bei Rothstein auf. Allerdings ist Bellamy nicht an Geld interessiert, sondern an den Notizbüchern von Rothstein. Eigentlich will Bellamy sein Idol nicht ermorden. Aber es kommt anders und Bellamy muss fortan mit dem (Ge-)Wissen leben, einen Menschen ermordet zu haben. Bellamy flüchtet. Seine Beute vergräbt er zunächst. Irgendwann wird der richtige Moment kommen, um ... Um keine Ahnung was mit den Notizbüchern zu tun. Noch ehe er sich darüber Gedanken machen kann, wird Bellamy verhaftet. Fortan ist eine Gefängniszelle sein neues Zuhause.

Mehr als 30 Jahre später: Der zwölfjährige Peter Saubers stößt zufällig auf Bellamys "Schatz". Mit diesem Fund ändert sich plötzlich alles für die Familie. Seinen Eltern lässt er monatlich 500 Dollar (in anonymen Briefumschlägen) zukommen. Die Notizbücher liest er eines nach dem anderen. Doch was er mit diesen nun anfangen soll, darüber denkt der Junge erst viele, viele Monate nach der "Entdeckung" nach. Verkaufen kann er sie nicht. Womöglich würde er sonst eines Verbrechens bezichtigt werden, das er niemals begangen hat. Eine Spende kommt auch nicht infrage. Peter braucht Geld. Aber dank seines Englischlehrers lehrt der Teenager Andy Halliday, einst Morris Bellamys besten Freund, kennen. Kurz darauf findet er sich in der Hölle wieder. Nach seiner Haftentlassung erfährt ausgerechnet Bellamy von Peters "Geheimnis".

Peter wäre wohl längst schon tot, gäbe es da nicht Bill Hodges, Detective a.D. aus "Mr. Mercedes". Der Ex-Polizist, der vor vier Jahren den Mercedes-Killer zur Strecke gebracht hat, hat mittlerweile eine eigene kleine Agentur namens "Finders Keepers" gegründet. Er schnappt jeden Verbrecher. Doch auch er kann nicht verhindern, dass Bellamy Peters Mutter beinahe tötet. Es bleibt nur zu hoffen, dass er Bellamy eher schnappt, als dieser Peter findet und sein Leben jäh beendet. Denn für seine "Tat" muss der Junge büßen. Es kommt schon bald zum großen Showdown. Im Keller eines aufgegebenen Freizeitzentrums. Dort wartet allerdings nicht Morris auf Peter, sondern andersherum. Und das mit einem klug ausgeklügelten Plan. Aber wird dieser tatsächlich gelingen?

Unterhaltung, die der Feder des Teufels entstammt zu sein scheint - Stephen King war, ist und bleibt der Großmeister des Horrors. Kein Autor bereitet seinen Lesern bessere Gänsehaut als der US-Amerikaner. Seine Thriller sind der Stoff, aus dem Alpträume gemacht sind. "Finderlohn" bedeutet ein Lesevergnügen so hochexplosiv wie Dynamit. Kaum mit der Lektüre begonnen, wird es richtig, richtig spannend. King ist definitiv der König unter Amerikas Schriftstellern, wenn nicht sogar von der ganzen (Schriftsteller-)Welt. Er lässt als einer der wenigen Alpträume real werden. Noch Tage, Wochen nach Weglegen des vorliegenden Buches kommt man kaum zum Schlafen und fühlt sich verfolgt von den eigenen inneren Dämonen. Solch ein Lesegenuss macht einen ganz high. Drogen hätten keine bessere Wirkung als Kings Worte sie haben.

Die Romane von Stephen King sind immer wieder DAS Leseereignis des Jahres, eine absolute Sensation! "Finderlohn" ist so gut geschrieben, dass es selbst einen Alfred Hitchcock glatt vom Hocker hauen würde. Was man hier in die Hand bekommt, ist Literatur, die es ordentlich in sich hat. Ab dem ersten Satz geht es zur Sache. Vor Kings Werke sollte eigentlich gewarnt werden. Vorsicht: Gefahr für Nerven und Seele!

Susann Fleischer
21.12.2015

 
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Das Buch:

Stephen King: Finderlohn. Aus dem Amerikanischen von Bernhard Kleinschmidt

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Mnchen: Heyne Verlag 2015
544 S., 22,99
ISBN: 978-3-453-27009-1

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