Krimis & Thriller

In der Provence ist der Teufel los

Kommissar Bruno Paulik kann sich über Langeweile eigentlich nicht beschweren, denn in Aix-en-Provence scheint das Böse niemals zu ruhen. Als an der Universität ein Mord geschieht, steht der Ermittler vor dem wohl schwierigsten Fall seiner bisherigen Karriere. Bei dem Opfer handelt es sich um Professor Moutte, dem Dekan der theologischen Fakultät. Allem Anschein nach hat er den Zorn zahlreicher Feinde auf sich gezogen - nicht zuletzt den seiner Mitarbeiter, von denen so mancher gehofft hatte, dessen Amt übernehmen zu dürfen. Paulik tappt im Dunkeln und ist dringend auf die Hilfe der schönen Juraprofessorin Marine Bonnet angewiesen. Schon einmal konnte sie den Kommissar bei seinen Ermittlungen erfolgreich unterstützen.

Marine ist auch diejenige, die Hinweise findet, dass Professor Moutte das Hassobjekt vieler Menschen war. Wie sie erfährt, hat der Dekan den Zeitpunkt, ab dem er in den Ruhestand gehen wollte, immer wieder aufgeschoben. Kein Wunder also, dass sein potenzieller Nachfolger bei einem Treffen seinem Unmut schließlich Luft machte und den Professor vor den versammelten Universitätsmitarbeitern anschrie. Oder ist womöglich einer der Studenten, die auf das hochdotierte und heißbegehrte Dumas-Stipendium hofften, der Mörder? Fragen über Fragen, die weder Paulik noch Marine zu beantworten wissen und deshalb die beiden nicht ruhig schlafen lassen. Untersuchungsrichter Antoine Verlaque, der dritte im Bunde, ist bei diesem Fall keine sonderlich große Hilfe.

Richtig kompliziert wird es, als Mouttes Sekretärin von einem Auto überfahren wird. War es ein tragischer Unfall oder ist sie wie ihr Chef in das Visier eines gemeingefährlichen Mörders geraten? Alles spricht dafür, dass ihr Tod definitiv kein Unglück ist, sondern vielmehr geplant. Kann es wirklich sein, dass Professor Moutte in kriminelle Machenschaften verwickelt war? Hat er tatsächlich mit gefälschten Antiquitäten gehandelt? Das muss Paulik unbedingt herausfinden ...

Nirgends stirbt es sich schöner als in der Provence. Zu dieser Erkenntnis kommt man zumindest, wenn man die Krimis von Mary L. Longworth liest und sich von ihren Büchern mitreißen lässt. "Mord in der Rue Dumas" verspricht ein spannendes Vergnügen, das bis zur letzten Seite anhält, und bedeutet darüber hinaus ein Genuss, der einem glatt umzuhauen versteht. Bei der Lektüre reist man in das ferne Frankreich und erliegt dem Glauben, mitten in der Geschichte zu sein. Die US-amerikanische Autorin weiß hier Literatur mit großem Unterhaltungswert zu schaffen, sodass man nach solch einem amüsanten (Lese-)Spaß garantiert süchtig wird. Noch während des Schmökerns bekommt man Lust auf den nächsten Teil, der hoffentlich nicht allzu lange auf sich warten lässt.

Intelligenter Krimispaß, der das (Leser-)Herz zum Hüpfen bringt - Mary L. Longworth schreibt Romane, die einfach wunderbar sind und außerdem herrlich schräg. "Mord in der Rue Dumas" ist nicht nur während der heißen Sommermonate die beste Lektüre, die man sich nur wünschen kann. Hier findet man nämlich alles für nette Kurzweile, die allerdings definitiv nicht nullachtfünfzehn ist.

Susann Fleischer
24.06.2013

 
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Das Buch:

Mary L. Longworth: Mord in der Rue Dumas. Ein Provence-Krimi. Aus dem Amerikanischen von Helmut Ettinger

Berlin: Aufbau Verlag 2013
349 S., 9,99
ISBN: 978-3-7466-2932-2

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