Krimis & Thriller

Der blutige Fall eines Engels

Man könnte den ehemaligen Elitesoldaten Joe Hunter als Privatdetektiv im weitesten Sinne bezeichnen. Seine Aufträge versucht er mit teilweise recht unkonventionellen Methoden zu erledigen. Sein neuester Fall hört sich dabei zunächst ganz harmlos an: Er soll die 18-jährige Marianne Dean auf Geheiß ihres Vaters aus den Klauen ihres sie misshandelnden Freundes Bradley Jorgensen befreien - ohne Rücksicht auf dessen Überleben. Dumm nur, dass es in Matt Hiltons Thriller "Das Blutgericht" ein psychopathischer Killer auf Bradley abgesehen hat, dessen Verwandtschaft es ein Dorn im Auge ist, dass er als Alleinerbe die Geschicke des familieneigenen Pharmazie-Großkonzerns leiten soll.

Und so kommen sich der gewiefte Detektiv und der blutrünstige Auftragskiller, der sich nach einem gefallenen Engel und mächtigen Höllenfürsten Dantalion nennt, bei der Ausübung ihrer Tätigkeiten gezwungenermaßen ganz ordentlich ins Gehege. Hunter wird allerdings schon bald klar, dass an der Geschichte, die ihm Maris Vater aufgetischt hat, irgendetwas faul sein muss, denn Bradley verhält sich seiner Geliebten gegenüber alles andere als gewalttätig. So beschließt er zusammen mit seinem Partner Rink nicht nur Mari aus der Schusslinie zu nehmen, sondern auch Bradleys vorzeitiges Ableben zu verhindern.

Folglich entwickelt sich ein fulminantes Katz- und Mausspiel mit spektakulären Verfolgungsjagden und wilden Schießereien. Während Dantalion mit trickreichen Manövern versucht seine Zielpersonen und Hunter zu eliminieren, wobei er diverse Kollateralschäden liebend gerne in Kauf nimmt, schlägt dieser dem schießwütigen Serienmörder ein ums andere Mal ein gewagtes Schnippchen. Und wie es sich für ein derartiges Duell auf Augenhöhe gehört, stehen sich die beiden Protagonisten letztlich in einem packenden Kampf auf Leben und Tod von Angesicht zu Angesicht gegenüber ...

Matt Hilton liefert nach "Der Knochensammler" mit "Das Blutgericht" erneut einen actionreichen Thriller aus der Joe-Hunter-Reihe. Dass er das Geschehen zum einen in der ersten Person aus der Sicht des lässigen Privatdetektivs und zum anderen in der dritten Person aus dem Blickwinkel des Killers erzählt, trägt wesentlich zum Unterhaltungswert der Lektüre bei, birgt allerdings gleichzeitig die Gefahr unnötiger Längen, die durch die wiederholte Darstellung derselben Ereignisse zustande kommen. Der Plot des "Blutgerichts" ist gewiss gut durchdacht und es mangelt auch in keiner Weise an Spannungsmomenten, allerdings leidet die Subtilität des Geschehens doch ein klein wenig unter der schießwütigen Actionlastigkeit. Nichtsdestotrotz werden Fans einschlägiger US-Filmproduktionen aber garantiert ihre helle Freude an diesem Buch haben.

Christian Götz
24.01.2011

 
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Das Buch:

Matt Hilton: Das Blutgericht. Thriller. Aus dem Englischen von Stefan Rohmig

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Mnchen: Wilhelm Heyne Verlag 2010
384 S., 8,99
ISBN: 978-3-453-43517-9

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