Gedichtbnde

Die Bilanz eines Lebens in Gedichten

"In Versen gespiegelt ist meine Natur,
Gef?hle, Gedanken gefa?t in Bilder,
die ohne Pose, mit klarer Lasur,
Gedichte als Linse und Filter."

Mit diesem Motto ?berschreibt der ?ber achtzigj?hrige Autor Johannes Mittenzwei sein lyrisches Schaffen. Beeindruckend einf?hlsam und engagiert zugleich streift der promovierte Literaturwissenschaftler durch die Zeiten und Epochen, behandelt in seiner Lyrik die Historie der fernen Vergangenheit ebenso wie tagesaktuelle Themen der Gegenwart.

In dem nun vorliegenden dritten Gedichtband "Goethe trifft Clara Wieck" sind 157 Gedichte und kleine Verserz?hlungen mit Themen aus dem 15. Jahrhundert bis zur Gegenwart versammelt, wie etwa die Lutherschen Thesen, die Predigt Thomas M?ntzers oder die Bombardierung Dresdens 1945. In lyrischen Anverwandlungen n?hert sich der Verfasser historischen Pers?nlichkeiten, ergreift stellvertretend f?r Thomas Hobbes, Marquise de Pompadour oder F?rst Hermann von P?ckler das Wort. Ebenso kenntnisreich mischt er sich unter die erlauchte Personnage der hohen K?nste und schl?pft in fremde Rollen: Leiht er etwa in Gedichten an Christiane Vulpius oder aus der Jenaer "Gartenzinne" den beiden deutschen Dichterf?rsten Goethe und Schiller die Stimme, so huldigt er in "Mathilde Heine" Eug?nie Mirat stellvertretend f?r ihren "Henri" im Pariser Exil. Preist er hier die Brandenburgischen Konzerte von Johann Sebastian Bach, so schildert er dort die Begegnung von Clara Schumann und Johannes Brahms oder den mallorquinischen Winter von George Sand und Frederic Chopin. Die Dichtkunst, selbstverst?ndlich, r?hmt er in einer Hommage an Friedrich H?lderlin. Unter den Malern sind es beispielsweise Francisco de Goya, Gustave Courbet oder Paul Gauguin, denen Mittenzwei einige seiner Portr?tskizzen zueignet.

Eigentlich als Beitrag zum Goethe-Jahr 1999 gedacht, was sich aus verlagstechnischen Gr?nden nicht verwirklichen lie?, weist diese mit Anmerkungen zu den Gedichten ausgestattete Anthologie eine gro?e Bandbreite und Vielfalt an Themen, Motiven und Sujets auf, denen sich der Autor durchaus selbst- und sendungsbewu?t zuwendet. Idealistisch und anthropophil zugleich sp?rt Mittenzwei in vielen anderen Versen autobiographischen Ereignissen sowie Facetten unserer allt?glichen Gegenwart nach, res?miert und bilanziert aus dem Blickwinkel r?ckw?rtsgerichteter, altersweiser Betrachtung. Ebenso wie die Selbsterkundungen k?nden seine lyrischen Reflexionen von einem kritischen und wachen Bewusstsein.

cth
09.06.2002

 
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Das Buch:

Johannes Mittenzwei: Goethe trifft Clara Wieck

CMS_IMGTITLE[1]

Berlin: Verlag am Park 2000
365 S.
ISBN: 3-89793-030-7

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