Autobiographie

Die Geschichte eines bewegten Lebens

Im Jahre 1938 findet das unbeschwerte Leben von Max Mannheimer ein jähes Ende, als das Münchner Abkommen unterzeichnet wird. Der in der Tschechoslowakei geborene Jude ist nun Hitlers Terrorregime hilflos ausgeliefert und muss befürchten, jederzeit in ein Konzentrationslager abtransportiert zu werden. Einschränkungen und Schikanen bestimmen plötzlich den Alltag und kosten Mannheimer jegliche Kraft. Nur die Liebe zu seiner Familie und seiner Frau lassen ihn Hoffnung schöpfen auf eine glücklichere Zukunft. Diese ist allerdings trügerisch, denn Juden haben zu jener Zeit kaum Chancen auf ein (Über-)Leben. Diese bittere Erfahrung muss auch Mannheimer 1943 machen.

Er und seine Familie kommen erst nach Theresienstadt und später nach Auschwitz-Birkenau, wo Mannheimer seine Eltern, Schwester und Ehefrau zum letzten Mal sieht. Zwei seiner Brüder sterben in den Gaskammern des Konzentrationslagers, während Mannheimer und sein jüngster Bruder verzweifelt den Kampf gegen den Tod aufnehmen. Die beiden erfahren viel Leid und müssen erleben, wie viele ihrer Mitgefangenen die vielen Drangsalen der SS-Offiziere mit ihrem Leben bezahlen. Mannheimer gehört zu den wenigen, die diese Hölle auf Erden überlebt haben und die Chance für einen Neuanfang bekommen. Doch die Vergangenheit lässt sich nicht abschütteln, sodass Mannheimer sich dazu entschließt, seine Erinnerungen der Nachwelt mitzuteilen. In Vorträgen kämpft er wider das Vergessen und für die Demokratie.

Max Mannheimers Leben liest sich wie ein packender Thriller, der einem den Atem stocken lässt und den Schlaf raubt. "Drei Leben" ist eine erschütternde Lektüre, die man nicht mehr vergessen wird und mit Emotionen aufwartet, die noch lange im Herzen nachklingen. Was Mannheimer erleben musste, jagt dem Leser einen Schauer nach dem anderen den Rücken rauf und runter und bereits nach kürzester Zeit stellt sich am ganzen Körper eine Gänsehaut ein. Diese Autobiographie vermag bis zur letzten Seite zu fesseln und zu Tränen zu rühren. Dieses Buch ist ein Genuss, wie man ihn nur selten in die Hände bekommt, denn hier erlebt man Gefühle, die das Herz betören. Diese Erinnerungen lassen einen nicht kalt!

In seiner Autobiographie "Drei Leben" beschwört Max Mannheimer den Schrecken des Nationalsozialismus herauf und macht dem Leser auf äußerst eindringliche Weise bewusst, dass auch nach mehr als 65 Jahren seit Untergang des Dritten Reiches die Deutschen an ihre einstige Schuld und Vergangenheit erinnert werden müssen - auf dass es keinen zweiten Holocaust geben möge.

Susann Fleischer
27.05.2013

 
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Das Buch:

Max Mannheimer, Marie-Luise von der Leyen: Drei Leben

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Mnchen: dtv 2013, 2. Aufl.
220 S., 14,90
ISBN: 978-3-423-24953-9

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