Medien & Gesellschaft

Eine Satire auf die (deutsche) Gesellschaft

Seit "Titanic" im November 1979 zum ersten Mal erschien, kennt das Satiremagazin kein Pardon. Mit einer Auflage von knapp 100.000 Exemplaren pro Monat erreicht das Bl?ttchen eine breite Leserschaft, die im ?berspitzten die Wahrheit sucht. Dies gelingt den Redakteuren um Leo Fischer ziemlich gut - wie "Das totale Promi-Massaker" recht eindrucksvoll beweist. Hier l?sst man f?nfe gerade sein und traut sich, Grenzen des Humors und auch Geschmacks zu ?bertreten und bekommt doch immer wieder die Kurve zum Journalismus -obgleich dieser in einer anderen Form daherkommt als gew?hnlich. 

Die wahnwitzige Welt der Promis l?sst sich in sieben Kategorien unterteilen: die Vollpfosten, die Spackos, die Troglodyten, die Piesepampel, das Gammelfleisch, die Psychopathen und die Arschgranaten. Gen?gend Beispiele unter den deutschen Politikern, bekannten Schriftstellern, Schauspielern und Musikern lassen sich ohne Probleme finden, denn Peinlichkeiten sind Teil des Lebens und deshalb f?r so manche Lacher gut. In drei?ig Jahren kommt da einiges zusammen: Promi-Geschichten, Cartoons und Witze, skandal?se Hinter- und Abgrundberichte mit leicht verwackelten Bildern, frei erfundenen Fakten und hochinteressanten Tatsachenverdrehungen - all dies und noch viel mehr machen "Titanic" zur wohl verbotensten wie skurrilsten Zeitschrift Deutschlands. 

Das Cover von "Das totale Promi-Massaker" spricht schon f?r sich: Roberto Blanco preist sich als Gott im Bett, Angela Merkel werden H?rner aufgesetzt, Adolf Hitler litt zeit seines Lebens an Depressionen und Guido Westerwelle hat seine erste Banane gefunden. Doch diese vier machen noch lange kein Buch. Dies dachten sich wohl auch die Herausgeber Oliver Maria Schmitt, Mark-Stefan Tietze und Hans Zippert und haben die A-, B- und C-Prominenz herausgekramt, um sie allesamt kr?ftig auf die Schippe zu nehmen. Jeder - wirklich jeder - bekommt hier sein Fett weg, w?hrend der Leser beinahe von der Couch plumpst wegen der anhaltenden Lachanf?lle. So kommt man ?ber die nahende Krise, ohne gr??eren Schaden zu nehmen. 

Mit "Titanic - Das totale Promi-Massaker" kommt dem Satiremagazin "Titanic" eine Ehre zuteil, der sich der geneigte Leser mit vollster Aufmerksamkeit widmen sollte. Zwar ist dieses Buch nicht nach dem Geschmack von jedermann, aber trotzdem ein wertvolles Kulturgut f?r viele Liebhaber des bissig-schwarzen Humors, der mehr ist als ein Spiegel der Wirklichkeit und der Gesellschaft. Als Geschenk wird dieses Werk sicherlich gut ankommen, denn Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Und hier steht dies au?er Zweifel - bei so viel Satire, die einem auf 350 Buchseiten regelrecht entgegenspringt. Das sollte man gelesen haben - ganz ohne Witz! 

Susann Fleischer 
04.10.2011

 
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Das Buch:

Oliver Maria Schmitt, Mark-Stefan Tietze und Hans Zippert (Hg.): Titanic - Das totale Promi-Massaker

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Berlin: Rowohlt Berlin Verlag 2011
352 S., 25,00
ISBN: 978-3-87134-724-5

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