Romane

Eine Geschichte zwischen Heiterkeit und Melancholie

Das Bellweather Hotel, 1982: Die kleine Minnie Graves ist mit ihrer Familie dort, um eine Hochzeit zu feiern. Doch dann kommt es anders: Im Zimmer 712 ereignet sich eine schreckliche Tragödie. Zwei Menschen kommen dort ums Leben - offenbar erweiterter Suizid. Das Mädchen wird Zeugin und hat noch mehr als 15 Jahre später damit zu kämpfen, was sie an jenem Tag sehen musste. Dann kehrt sie im November 1997 zum Hotel zurück. Die Ereignisse von damals beschäftigen Minnie noch immer. Diese wollen sie partout nicht loslassen. Als sich das Gleiche zu wiederholen droht, ist Minnie neben Alice Hatmaker eine der Ersten, die handelt, statt nur die Hände in den Schoß zu legen. Es beginnt damit, dass im Bellweather Hotel ein landesweiter Musikwettbewerb stattfindet.

Alice teilt sich ausgerechnet Zimmer 712 mit Jill Faccelli. Die Fünfzehnjährige ist ein Wunderkind, der neue Superstar der klassischen Musik. Ihre Mutter setzt das Mädchen unter großen Erfolgsdruck. Sieht sie doch in Jill ihre eigenen Träume von einer Weltkarriere endlich erfüllt. Jill hingegen möchte ausbrechen. Sie hasst es, unter der Kontrolle ihrer Mutter zu stehen. Bereits des Öfteren ist Jill von heute auf morgen verschwunden. Doch dieses Mal ist alles anders. Als Alice ihr Zimmer betritt, sieht sie, wie Jill leblos von der Decke baumelt. Offenbar hat sie sich erhängt. Als wenige Minuten später die Polizei ins Hotel kommt, fehlt von Jill aber jede Spur. Bei der Suche treffen Personen aufeinander, die mehr miteinander gemeinsam haben, als sie ahnen...

Unterhaltung kann schön sein, so unfassbar schön - Kate Racculia sorgt für Literatur, in die man sich einfach verlieben muss. Ihre Bücher stecken voller Emotionen und Lesegenuss, so auch "Willkommen im Bellweather Hotel". Die Geschichte lässt keinen unberührt. Man liest die ersten paar Sätze und kämpft mit den Tränen. Und nur kurze Zeit später weint man sogar ganze Sturzbäche von diesen. Die US-amerikanische Autorin versteht ihr Schreibhandwerk so gut wie nur wenige andere. Sie lässt es weder an Gefühl noch an Spannung noch an das gewisse Etwas fehlen. Ihre Werke gehören eigentlich auf die große Leinwand. Nicht einmal Hollywood vermag das, was Racculia mühelos schafft: nämlich ein Vergnügen, das einen zum Lachen ebenso wie zum Weinen bringt.

Selten hat man sich glücklicher gefühlt als während der Lektüre von Kate Racculias Romanen. Diese bedeuten großes Lesekino. "Willkommen im Bellweather Hotel" bringt den Leser stundenlang zum Strahlen. Noch Stunden, Tage nach dem Lesen macht das Herz Freudenhüpfer. Denn hier findet man ein Leseerlebnis wie aus der Feder einer Jojo Moyes. Deshalb: unbedingt mehr davon! Viel, viel mehr!

Susann Fleischer
18.01.2016

 
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Das Buch:

Kate Racculia: Willkommen im Bellweather Hotel. Aus dem Amerikanischen von Elfriede Peschel

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Mnchen: Limes Verlag 2015
448 S., 19,99
ISBN: 978-3-8090-2644-0

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