Krimis & Thriller

Ein Killer von einem Thriller - Vorsicht , hoher Gnsehaut- und Suchtfaktor!

Vor acht Jahren war Lily Riser noch ein normaler Teenager mit den üblichen Pubertätssorgen. Mit Freund Wes schwebte sie auf Wolke sieben, Zwillingsschwester Abby hingegen konnte des Öfteren ziemlich nerven; so wie an jenem Nachmittag, als sie ohne Lily nach Hause fährt. Das Mädchen stieg kurzerhand in das Auto ihres Englischlehrers und sollte dies schon bald bitter bereuen: Rick Hanson entführte Lily und hielt sie dreitausendeinhundertzehn Tage in einer einsamen Hütte, nur fünf Meilen von daheim, gefangen. Bis Lily, nach all der langen Zeit voller Qualen, endlich die Flucht gelingt. Lilys neues Leben beginnt an einem kalten Winterabend: Nur mit einem dünnen Schlafanzug bekleidet tritt sie vor die Tür, drückt ihre Tochter an sich und rennt los.

Weg von dem Haus im Wald, weg von Rick, dem Vater ihrer Tochter Sky, dem Mann, der an diesem Abend zum ersten Mal einen Fehler machte, als er vergaß, die Tür zu verriegeln. Doch schnell wird klar, dass es für Lily kein Zurück zur Normalität gibt. Zu viel ist geschehen, zu tief sind die Wunden, die sie und ihre Familie durch die Entführung davongetragen haben. Schritt für Schritt tasten sie sich in eine mögliche Zukunft, ohne zu ahnen, dass die dramatischste Bewährungsprobe noch vor ihnen liegt. Denn selbst im Gefängnis plant Lilys Entführer bereits, wie er sie, seine "Babydoll", für ihren Ungehorsam bestrafen wird. Lily ahnt, dass sie nirgends sicher sein wird. Aber sie will kämpfen, nicht nur für sich, sondern vor allem für ihre Tochter.

Allerdings ist in den vergangenen acht Jahren bei allen viel geschehen: Abby ist ausgerechnet von Wes schwanger. Außerdem wird Lily ihren Vater niemals wieder in ihre Arme schließen können. Ein paar Monate nach ihrem spurlosen Verschwinden starb er an einem Herzinfarkt. Wäre da nicht Sky, würde Lily wohl an der neuen Gegenwart verzweifeln. Da nehmen die Ereignisse rund um die Entführung eine ungeahnte Wende, als Rick der Polizei von zwei weiteren Opfern erzählt. Doch er gibt deren Aufenthaltsort nur preis, wenn Lily sein ungeborenes Kind nicht abtreibt. Lily steht vor einer Herausforderung, die ihr alles abverlangt. Und nicht nur ihr, sondern ebenso dem Leser von "Babydoll" ...

Schon mit ihrem ersten Roman beweist Hollie Overton: Sie ist eine der großen Stars der US-amerikanischen Thrillerliteratur. Während der Lektüre von "Babydoll" kriegt man mehr als eine Herzattacke. Die Autorin bereitet dem Leser die Hölle auf Erden. Vor ihren Büchern muss man sich unbedingt in Acht nehmen. Diese bedeuten Nervenkitzel in geballter Form. Ab der ersten Seite muss man hier um sein Leben fürchten - und sogar um sein Seelenheil. Die Story raubt einem nicht nur den Atmen, sondern außerdem die Sprache. Alpträume nach dem letzten Satz definitiv garantiert! Noch Stunden und Tage nach dem Weglegen des vorliegenden Romans ist an Schlaf nicht einmal zu denken. Overton kann schreiben. Kaum jemand sonst jagt seinen Lesern mehr Angst ein.

So megaspannend, dass es kaum auszuhalten ist - nach nur wenigen Sätzen von Hollie Overtons Romanen steigt der Puls in gesundheitsgefährliche Höhe und die Nerven drohen in tausend Fetzen zu zerreißen. Genialere Thrill-Time als mit "Babydoll" findet man nur seltenst zwischen zwei Buchdeckeln, außer bei einer Paula Hawkins und wenigen anderen. Dieses Debüt grenzt an ultimativem Lesewahnsinn. Absolut mörderisch!

Susann Fleischer
10.07.2017

 
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Das Buch:

Hollie Overton: Babydoll. Aus dem Amerikanischen von Marie-Luise Bezzenberger

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Mnchen: Goldmann Verlag 2017
352 S., 15,00
ISBN: 978-3-442-20520-2

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