Gedichtbnde

Lyrische Variationen

Nachdem Karen Plate-Buchner bereits mehrere Gedichte in Anthologien veröffentlicht hat, erscheint jetzt im Frankfurter Literaturverlag ihr erster Gedichtband. Die Germanistin und Romanistin hat drei Jahrzehnte lang als Studienrätin gearbeitet, und erst jetzt, endlich möchte man sagen, ihren ersten eigenen Gedichtband vorgelegt.
Mit ihren Gedichten wendet sie sich einer breiten Thematik zu, spannt den Bogen von Lust und Liebe bis hin zu poetischen Bildbetrachtungen und lässt den Band ausklingen mit Worten über einen armen Poeten, der so gar nichts gemeinsam hat mit dem Prinzen von Kreta, den sie in ihrem ersten Gedicht würdigt und zu dem sie sich hingezogen fühlt. Es ist ihre Art, Liebesgedichte zu schreiben, auch wenn sie meint, diese sind völlig out.

Wir begegnen mit Plate-Buchner auch Persönlichkeiten wie Mascha Kaleko, Heinrich Heine und Richard Wagner und lassen uns gerne in reizvolle Gegenden wie die Normandie, auf die Insel Usedom oder nach Lübeck entführen. Dabei wird deutlich, dass die Autorin eine Vorliebe für die schönen Künste hat, was nicht zuletzt auch ihre Bildbeschreibungen bezeugen.

In "Nur kein Nero" (Seite 45) bekundet die Lyrikerin, dass sie Gedichte nur zum Zeitvertreib schreibt und an diese keine hohen Ansprüche stellt. Bezüglich Letzterem muss entschieden widersprochen werden. Die Verse sind anregend und nachdenkenswert und alles andere als anspruchslos. Beispielgebend soll an dieser Stelle nur der Abschnitt "Alterswerke" angeführt werden, in dem sie sich dem Schicksal betagter Menschen zuwendet. Sie sagt über ihre an Demenz erkrankte Mutter "was wirklich zählt, ist, dass sie mich liebt, wie umgekehrt".
Ihre Liebe zu den Mitmenschen und zur Natur spiegelt sich an vielen Stellen wider, da sind auch ihre geliebten Hunde nicht ausgespart.

Plate-Buchner schreibt ihre Gedichte in unterschiedlichem Versmaß - sogar ein Haiku ist enthalten - und passt die Rhythmik ihren Gedanken an.
Es ist sehr zu begrüßen, dass mit dieser Veröffentlichung ihre Lyrik einem breiten Leserkreis zugänglich ist, der die Verse dankend aufnehmen wird. Vielleicht nimmt auch Plate-Buchner einmal an einem Poetenwettbewerb teil, wie der Poet in ihrem letzten Gedicht. Ihre Chancen stehen sicher sehr gut.

Dr. Helga Miesch
03.11.2014

 
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Das Buch:

Karen Plate-Buchner: Der Prinz von Kreta

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Frankfurt: Weimarer Schiller Presse 2014
57 S., 9,80
ISBN-13: 9783837215519

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