Medien & Gesellschaft

Gegen Gleichgltigkeit

Was denn nun? Sich vor den Kopf gesto?en f?hlen? Mit dem Kopf durch die Wand? Anno 2011 wurde eine Mauer von B?chern zum Mauerbau hochgezogen. Mehr konnten die Medien zum "Jubil?um" des Berliner Unwerks, das vor einem halben Jahrhundert in die Stadt gestellt wurde, nicht aufbieten. Schwer das alles hinzunehmen, zu ?berschauen, zu verkraften. Umso erleichterter ist ein handtellergro?es, 250-seitiges Buch in die Hand zu nehmen, das sachlich-schlicht "Die Berliner Mauer" hei?t. N?chtern, konkret auch der Untertitel "Biografie eines Bauwerks", der die Absicht der Publikationen und ihres Autors Hans-Hermann Hertle bezeichnet. 

Alles andere als eine publizistische Fast-Food-Variante zum Thema, ist die Edition ganz das Ergebnis einer klugen, komprimierten Zusammenfassung der Geschichte des "Bauwerks". Das war in jeder Version und in jedem Moment seiner Existenz ein Monstrum. 

Es ist verbl?ffend, was der Verlag in dieser Ausgabe untergebracht hat. Die Substanz macht nicht einzig die konzentrierte Darstellung der Historie m?glich. Die Substanz garantiert die Art der gesamten inhaltlichen Pr?sentationen. Was sonst schnell als st?rend empfunden wird - wechselnde Schriftgr??e, farblich auff?llig hervorgehobene Texte - hat hier alles seine funktionierende Funktion. Wesentliche Informationen sind sofort wahrzunehmen und ohne Umst?nde sofort wieder aufzufinden. Das kleine Format des Buches, die schwarz-wei?en wie farblichen Bildreproduktionen sind so sorgf?ltig ausgef?hrt, dass sie so manche aufwendige Edition in den Schatten stellen. Dass Texte und Fotos tats?chlich miteinander korrespondieren und so einander erg?nzen und erweitern, ist auch eine Leistung des Verfassers. 

Wann gab?s das? Hertles "Die Berliner Mauer" l?sst sich ohne weiteres in nahezu jede Tasche stecken. Somit hat das Buch alle Chancen, zu einem Wegbegleiter auf Stadtspazierg?ngen zu werden. Und das nicht nur f?r an- und abreisende Stadtbesucher. Jeder Einheimische ist gut beraten, sich von dem Buch begleiten und beraten zu lassen. ?ltere werden wiederfinden, was bereits im Ged?chtnis verblasst. J?ngere werden entdecken, was zur Geschichte der Berliner Mauer geh?rt, doch in keinem Geschichtsunterricht vermittelt wird. Der Band ist etwas f?r Vergessliche und Neugierige und k?nnte auch das Interesse der Gleichg?ltigen wecken. Hans-Hermann Hertles "Die Berliner Mauer" ist ein brauchbares Handbuch. Vielleicht nicht f?r f?nfzig Jahre, doch in den n?chsten Jahrzehnten eine brauchbare Grundlage f?r jedes weitere, n?tige Handbuch. 

Bernd Heimberger 
29.08.2011

 
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Das Buch:

Hans-Hermann Hertle: Die Berliner Mauer. Biografie eines Bauwerks

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Berlin: Ch. Links Verlag 2011
250 S., 4,90
ISBN: 978-3-86153-649-9

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